Tolles Ergebnis der U14-Mannschaft bei der Deutschen Meisterschaft

Mit einem hervorragenden, deutlich über den Erwartungen liegenden Ergebnis beendete unsere U14-Mannschaft auf dem dritten Tabellenplatz die leider wegen des massiven Ausbruchs der Norovirus-Erkrankung vorzeitig abgebrochene Deutsche U14-Vereinsmeisterschaft zwischen Weihnachten und Silvester in Magdeburg. Aber der Reihe nach…Niklas Renger, Carl-Anton Sack, Max Schuler und Richard Michel sowie Mannschaftsleiter und Betreuer Matthias Rudolf brachen am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages nach Magdeburg auf, um an der Deutschen Meisterschaft U14 teilzunehmen. Wir rangierten in der DWZ-Rangliste auf Rang 14 – ein Top-10-Platz erschien als realistisches Ziel. Die Unterkunft im Maritim-Hotel kannten wir vom Vorjahr, der Spielsaal war in diesem Jahr erfreulicherweise ebenfalls im Maritim-Hotel und bot ausgezeichnete Bedingungen. Herzlichen Dank den Ausrichtern aus Magdeburg bzw. von der Schachjugend Sachsen-Anhalt für die gelungene Organisation der Meisterschaft.

In der ersten Runde erwartete uns mit dem weitgehend in gleicher Besetzung antretenden Vizemeister von 2012 aus Halle gleich ein ganz harter Prüpfstein. Wichtig war für uns, bei einer eventuellen Niederlage möglichst viele Brettpunkte “mitzunehmen”, da die Brettpunkte erfahrungsgemäß bis zu 5 Plätze Unterschied in der Endtabelle ausmachen können. Die Niederlage zeichnete sich nach Richards Verlust relativ schnell ab, die anderen drei Jungen kämpften hervorragend. Carl-Anton verlor nach hartem Kampf im Endspiel, Niklas erreichte am Spitzenbrett ein Remis. Ein Sonderlob verdiente sich Max, der stundenlang ein schwieriges, manchmal aussichtslos erscheinendes Endspiel zu verwalten hatte. Er kämpfte aber ausdauernd, spielte lange noch als letzter im Turniersaal und erreichte schließlich nach über 5 Stunden ein Remis und damit einen wichtigen halben Brettpunkt. Am Nachmittag trafen wir auf die an Nummer 19 gesetzte Mannschaft aus Schöneck (Hessen), gegen die wir favorisiert waren. Dieser Favoritenrolle konnten wir mit einem 4:0 gerecht werden. Damit hatten wir nach dem ersten Tag 2 Mannschafts- und 5 Brettpunkte, was sehr zufriedenstellend war.

DVM U14 2013

Der kommende Tag sollte nun aber die kühnsten Erwartungen übertreffen. Zunächst ging es gegen die Schachfreunde aus Erlangen, die uns DWZ-mäßig überlegen waren. Eine knappe Niederlage wäre hier völlig in Ordnung gewesen. Aber Richard zeigte in diesem Spiel hervorragende Theoriekenntnisse und stand schnell auf Gewinn. Carl-Anton erreichte ein nie gefährdetes Remis. Am Spitzenbrett ging es hin und her, ehe Niklas das bessere Ende für sich hatte. Schließlich kämpfte erneut Max noch als letzter, und nachdem er seinen Mehrbauern verwerten konnte, stand ein überraschender 3.5:0.5 – Sieg fest. Am Nachmittag bescherte uns der Auslosungscomputer mit Magdeburg eine Mannschaft, gegen die wir im Vorjahr 0:4 verloren hatten. DWT-mäßig waren wir ganz leicht überlegen, so dass die Revanche für 2012 durchaus nicht unmöglich erschien – zumal Selbstvertrauenm und Kampfgeist der gesamten Mannschaft mittlerweile Anlass zu Optimismus gaben. Dass es aber mit einem 4:0-Sieg die totale Revanche für 2012 geben sollte, war nun wirklich nicht zu erwarten. Niklas, der ein sehr überzeugendes Turnier spielte,  spielte am Spitzenbrett einfach besser als sein Gegner und gewann im Laufe der Partie immer mehr die Oberhand. Carl-Anton spielte ein positionelles Qualitätsopfer und kam mit der komplizierten Position besser zurecht als sein Gegner. Richard hatte mit seinem Gegner aus der Eröffnung heraus keine Probleme. Max blieb es als letztem Spieler vorbehalten, für das 4:0 zu sorgen -rechtzeitig vor dem abendlichen Fußballturnier, bei dem es allerdings im Finale eine 0:3-Klatsche gegen Porz/Düsseldorf gab.

Somit standen wir nach 4 Runden auf einem sensationellen 3. Platz (mit einem ganzen Brettpunkt Vorsprung) und lagen weit über allen Erwartungen. Wir hatten bei 6:2 Mannschaftspunkten die meisten Brettpunkte aller Mannschaften, und insbesondere die gezeigten Leistungen und das schachliche Auftreten der Mannschaft gaben Anlass zu Optimismus.

Am folgenden Tag galt es nun, gegen die DWZ-stärkste Mannschaft aus Hagen zu beweisen, dass wir tatsächlich im absoluten Vorderfeld mitspielen können. Wir spielten an Brett 2, die Partien wurden live im Internet übertragen Von Anfang an war klar, dass wir in diesem Spiel keinesfalls chancenlos sein würden, obwohl die Gegner im Schnitt 300 DWZ-Punkte mehr hatten. Es entwickelten sich an allen Brettern spannende und chancenreiche Positionen – aber dann kam alle ganz anders…

Bereits vor dem Spiel wurde bekannt, dass etliche Kinder am Norovirus erkrankt waren. Hart hatte das zum Beispiel unsere sächsischen Schachfreunde aus Grimma getroffen, die bis dahin ebenfalls ein herausragendes Turnier in der U14w gespielt hatten. Sie hatten bereits die an 1 und 2 gesetzte Mannschaft hinter sich gelassen – und hatten nun im Spitzenkampf nur noch 2 gesunde Spielerinnen zur Verfügung… Bei den Jungen trat Lübeck am Spitzenbrett gar nicht an. Somit begann die Runde in einer seltsamen Atmosphäre. Während der Runde kam ein Arzt ins Hotel, um die zunehmende Zahl kranker Kinder zu behandeln – und schließlich wurde die Meisterschaft während der laufenden 5. Runde nach einer Intervention des Gesundheitsamtes abgebrochen. Alle Teilnehmer wurden aufgefordert, das Hotel umgehend zu verlassen.

Obwohl sicher alle (gesunden) Teilnehmer sehr traurig über diese Entwicklung waren, ist die vom Gesundheitsamt bzw. von den Ausrichtern getroffene Entscheidung natürlich absolut nachzuvollziehen.

Wir wünschen allen Erkrankten gute und schnelle Besserung!

Der Spielausschuss der Deutschen Schachjugend wird Mitte Januar entscheiden, ob bzw. wie die abgebrochene Meisterschaft gewertet wird. Wir gratulieren in jedem Fall ganz herzlich den Mannschaften des SK Gau-Algesheim und des Lübecker SV, die nach 4 Runden in Führung lagen.

Unabhängig davon, ob unser 3. Platz offiziell anerkannt wird oder nicht, haben wir ein hervorragendes Turnier absolviert. Nachdem unsere Mannschaft in den vergangenen Jahren bereits das Niveau in Sachsen (mit)bestimmt hatte, gelang ihr nun auch auf deutscher Ebene ein sehr überzeugender Auftritt. (Bericht von Mannschaftsleiter Matthias Rudolf)