Foto eines Schachspieles     Bezirksmeisterschaft
19.-22.02.2009

Wieder einmal war es Februar und die Bezirksmeisterschaften im Schach standen im Terminplan. Jedoch ließ diesmal schon die Anfahrt erahnen, daß es vielleicht doch anders als die anderen Jahre werden könnte.

Der Winter hatte beschlossen, die Versäumnisse der letzten Jahre nachzuholen. Es schneite eigentlich ständig und die Schneehöhen stiegen immer mehr an. Trotzdem kamen alle unsere Spieler, Betreuer und Funktionäre, welche sich auf den Weg nach Sebnitz begaben, wohlbehalten an.

In der Qualifikation des laufenden Jahres oder durch die gute Platzierung des Vorjahres hatten sich Richard Michel, Carl-Anton Sack, Lukas Bernhardt, Konrad Schrell, Friedrich Schnoor und Lukas Kay das Startrecht erworben. Bei den Mädchen fängt der Meisterschaftszyklus erst auf Bezirksebene an. Hier nahmen Elise Winkelmann, Stefanie Schreiber und Elisabeth Michel teil.

Die Ausgangslage war sicherlich ganz unterschiedlich zu sehen. Während wir bei den Mädchen kaum Zweifel an den Titeln hatten, war die Ausgangslage bei den Jungen eher gemischt. Richard, Carl-Anton und Friedrich sollten ausgehend von ihrem spielerischen Vermögen vorn mitspielen. Bei den anderen stand ein gutes Abschneiden in einem ordentlich gespielten Turnier im Vordergrund. Besonders bei Lukas Kay, der erst sein Saisonbeginn im Klub ist, stand zusätzlich das Sammeln von Erfahrung und der Erwerb von Routine im Vordergrund.

Als Betreuer war schon zum wiederholten Mal Matthias Nake mit vor Ort. Frank Schulze agierte erstmals als Turnierleiter, genauso wie Nicole Lorenz als Schiedsrichterin. Saskia Stark war Helferin, sowohl für das Turnier als auch in der Vorbereitung der hoffnungsvollen Nachwuchsstars unseres Klubs. Die beiden letztgenannten Spielerinnen sind für die Sachseneinzelmeisterschaft bereits vorberechtigt und brauchten deshalb diese Bezirksmeisterschaft nicht mitzuspielen.

Nach der Ankunft müssen immer zuerst vernünftige Spielbedingungen hergestellt und das Organisationsbüro hergerichtet werden. In gewohnter Weise packte hier der Turnierleiter tatkräftig mit an.

Danach war eine gemütliche Arbeitsecke entstanden, welche alle wichtigen Utensilien in Reichweite beinhaltete.

Kaffeemaschine, Laptop (ohne Internetzugang - "kalter Entzug"), Drucker und Hut ...

Am Donnerstagmorgen ging es dann los. Die Wetterbedingungen waren noch einigermaßen erträglich, die Mitarbeiter des Objektes konnten immer die Schneefreiheit der Wege gewährleisten. Aber eigentlich stört das die Schachspieler auch nicht so sehr, denn dieser Sport wird bekanntermaßen in geschlossenen Räumen betrieben.

Die Vor- und Nachbereitung der Partien wurde wie oben schon erwähnt von Matthias Nake und Saskia Stark vorgenommen. Dabei stand das Wiederholen und Festigen von Varianten im Vordergrund, welche schon aus dem Training bekannt sind. Es bringt wenig während einer Meisterschaft grundlegend neue Dinge lehren zu wollen.

Ein wenig komplizierter war es da schon, Bilder unserer Spielerinnen während des Wettkampfes zu bekommen. Die Presse mußte zum Teil hart arbeiten, um Fotos zu erhalten ...

Aber letztlich führt Beharrlichkeit immer zum Erfolg.

Andere ließen sich zwar fotografieren, brachten aber ihren Mißmut darüber deutlich zum Ausdruck.

Im Freien wuchsen die Schneehöhen derweil unermüdlich weiter. So konnte dieses Jahr wenigstens mal eine zünftige Schneeballschlacht veranstaltet werden. Wie man hörte, gewannen unsere Kämpfer zumindest in dieser Disziplin gegen alle anderen Vereine.

Die schachliche Seite war eher durchwachsen. Carl-Anton erwischte das wohl schwärzeste Turnier seiner Laufbahn. Plötzlich klappten einfache, sonst sicher beherrschte Sachen nicht mehr. Es war schade zu sehen, wie er immer gut aus der Eröffnung kam, aber dann durch einfache Fehler die Partie regelrecht "wegwarf". Dadurch wurde seine Unsicherheit immer größer, bis am Ende gar nichts mehr lief. Am Besten nun den Blick nach vorn richten und die Bezirksmeisterschaft schnell vergessen.

Richard spielte in der selben AK auch anfangs etwas glücklos und nicht wirklich überzeugend. Dann fing er sich aber wieder, und in der letzten Runde lief alles, aber auch alles, einschließlich der aus seiner Sicht gespielten Traumergebnisse der anderen Partien, zu seinen Gunsten. Damit kam er nach dem verpatzten Auftakt doch noch einigermaßen überraschend auf dem 3.Platz ein. Aber solch ein Glück wird sich zur SEM nicht wiederholen. Es wird eine deutliche spielerische Steigerung nötig werden.

Lukas Bernhardt war zum ersten Mal bei der Bezirksmeisterschaft. Er freute sich sehr über die gelungene Qualifikation, obwohl er in der Startrangliste nur den letzten Platz einnahm. Damit war klar, daß er sicherlich nicht zu unseren Medaillenhoffnungen gehören kann. Er kämpfte tapfer gegen die in jeder Partie nominell stärkeren Gegner und konnte immerhin zweimal gewinnen. Damit wurde er nicht Letzter und hat das Turnier mit Bravour absolviert.

Friedrich erkämpfte mit einer soliden Leistung still und unauffällig den Silberrang seiner AK. Die Fortschritte, die er seit einiger Zeit macht, waren auch hier wieder spürbar. Er kam genau auf seinem Setzplatz ein, vielleicht wäre mit ein wenig Glück der Sieg möglich gewesen, aber es sollte wohl nicht sein. Wir sind alle auf sein Abschneiden zur SEM gespannt.

In der selben AK startete auch Konrad. Er hatte am Anfang mit dem Unentschieden gegen den an Platz 4 gesetzten Carsten Schneider einen kleinen Achtungserfolg, remisierte aber in der Folge dann zu oft. Wie in den vergangenen Jahren hoffte er, so irgendwie durch das Ziel zu kommen. Aber auch diese Saison klappte diese Taktik erneut nicht. Die Platzierung entspricht sicher in etwa den Erwartungen, aber schöner wäre ein einstelliger Tabellenplatz am Ende schon gewesen.

Ein schönes Turnier spielte Lukas Kay. Schnell mußten seine Gegner lernen, daß seine nicht vorhandene Wertzahl keineswegs bedeutet, daß er nicht spielen kann. Am Anfang vielleicht noch ein wenig unterschätzt, startete er mit 1,5 Punkten aus den ersten beiden Partien. Natürlich wurde er ab da sehr ernst genommen. Allerdings rätselten seine Gegner ständig, auf was sie sich eigentlich vorbereiten sollen, wenn von ihm noch kein offiziell gespielten Partien existieren ... Lukas holte am Ende 50% der möglichen Punkte und wird bei dem bis jetzt gezeigten Fleiß und der Beharrlichkeit seinen Weg gehen. Im Moment sind leider noch Lücken im Repertoire, welche sich nur im Laufe der Zeit und nicht auf einmal schließen lassen werden.

Bei den Mädchen ist nicht viel zu sagen. Die Teilnehmerfelder werden immer kleiner und schwächer. Im Prinzip herrschte nur Langeweile und unsere Starterinnen konnten sich alle souverän ohne jegliche Gefahr durchsetzen. Das Angebot zum zusätzlichen Schnellschachturnier am Sonntagmorgen nahmen sie leider geschlossen nicht an, diese zusätzliche Möglichkeit des Spielens wurde einfach abgelehnt.

Am Freitag kam noch ein unerwarteter Besuch: Miroslav Shvartz. Die größte Leistung dabei war die Anreise, weil die Schneehöhen inzwischen bei 50-60 cm lagen und ohne Schneeketten auf den Reifen eine Anfahrt zum Objekt nicht mehr möglich war. Miroslav schaute sich einige Partien der von ihm trainierten Schützlinge an und gab hinterher manchen wertvollen Hinweis.

Am Sonntag war dann alles geschafft und die Schlachten geschlagen. Manche Klubs besetzten schon Stunden vor der Siegerehrung geschlossen die erste Reihe, weil sie die Hoffnung auf viele Siege und Medaillen hatten.

Der Turnierleiter agierte aber auch hier souverän und erwies sich als Fels in der Brandung der Ungeduld der anwesenden Kinder und Jugendlichen.

Da vor der eigentlichen Siegerehrung noch einige andere Dinge abzuarbeiten waren (siehe dazu auch den Bericht beim Jugendschachbund Sachsen), konnte sich der Bezirksjugendspielleiter René Zimmermann als Glücksfee betätigen. Er mußte nämlich die Gewinner ziehen, welche unter allen Teilnehmern der Umfrage von Nicole Lorenz bestimmt wurden.

Nicole war nicht nur als Schiedsrichterin aktiv, sondern führte als Landesjugendsprecherin (einem Posten, welchen sie nebenbei auch noch innehat) eine Umfrage unter den Teilnehmern zu verschiedenen Aspekten der Trainingsarbeit und Durchführung der Meisterschaft durch.

Und das sie auch gut Schach spielen kann, bewies Nicole zusammen mit Christopher Janke (Löbauer SV) im Tandemturnier, wo sie als Team "Ohne Gaffee gönnma ni gämfen!" den 2.Platz erkämpften.

Den Namen angemessen, gab es dafür zur Belohnung eine Kaffeetasse!

Aber dann ging es endlich mit der Siegerehrung los. Insgesamt konnten unsere Starter 2 Titel, 2 zweite und einen dritten Platz erkämpfen. Damit war unser Klub erneut der erfolgreichste Verein der Bezirksmeisterschaft Dresden.

Zur SEM werden dann neben unseren Medaillengewinnern die vorberechtigten Spielerinnen Nicole Lorenz und Saskia Stark unsere Delegation verstärken. Wir wünschen dort allen mindestens den gleichen, wenn nicht noch mehr Erfolg als bei der BEM.

Und zum Abschluss das obligatorische Gruppenfoto. Dort fehlt leider Carl-Anton, dafür ist Hans Schneemann zu sehen, ein ernsthafter Interessent für den Beitritt in den Klub. Allerdings war er nach einer gewissen Distanz und Kühle am Anfang, welche in eine Auftauphase überging, plötzlich nicht mehr zu finden. Schade eigentlich ...


Bericht: Frank Schulze
Fotos: Saskia Stark, Matthias Nake