Foto eines Schachspieles     Bezirksmeisterschaft
14.-17.02.2008

Die diesjährige Bezirksmeisterschaft Dresden fand traditionell wieder am Ende der Winterferien und ebenfalls traditionell in Sebnitz statt.

Da der Winter in diesem Jahr anscheinend seinen Platz kampflos an den Frühling abgeben will, konnten wir teilweise wunderschöne Sonnenuntergänge beobachten.

Ganz und gar nicht kampflos allerdings gaben sich die Spieler unseres Vereins geschlagen. Ganz im Gegenteil, sie erkämpften so viele Medaillen wie noch nie. Mit 4 Bezirksmeistertiteln und jeweils 2 Silber- und Bronzemedaillen verzeichneten wir das erfolgreichste Abschneiden unseres Nachwuchses bei einer Bezirksmeisterschaft.

Am 13.02.2008 starteten wir gemeinsam von Dresden nach Sebnitz. Wir konnten insgesamt 14 Teilnehmer stellen, als Vereinsbetreuer waren Matthias Nake und Frank Schulze mit vor Ort. Matthias Nake analysierte unermüdlich die gespielten Partien mit den Teilnehmern und wenn es mal nichts zu besprechen gab, wurde eben auf die nächste Runde vorbereitet.

Frank Schulze war wie immer als Schiedsrichter anwesend und ging dabei seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Arbeiten am Laptop. Den immer wieder aufkommenden Gerüchten, daß er mehr Solitär spielt als arbeitet, sei hiermit ausdrücklich widersprochen!

Die Hauptakteure sind und bleiben aber natürlich die Spielerinnen und Spieler. Dabei war die Ausgangslage in den Wettbewerben für diese völlig unterschiedlich.

Elise Winkelmann und Olena Kosovska gehörten zu den klaren Favoriten ihrer Altersklasse. In der U18m waren unsere vier Spieler (Christopher Kunze, Patrick Marsel, Sebastian Rudolf, Ekkehard Schnoor) die klaren Favoriten, wenn auch vorher schwer abschätzbar war, wie am Ende die genaue Reihenfolge lauten wird. Stefanie Schreiber und Marianne Nake hatten das Potenzial für eine vordere Platzierung, während es bei den jüngeren Teilnehmern Carl-Anton Sack, Richard Michel und Ahn Tran um das Sammeln von Erfahrungen bei der ersten Teilnahme an einer BEM ging. Die schon BEM-Erfahrenen Konrad Schrell, Friedrich Schnoor und Jana Bischoff gehörten nicht zum unmittelbaren Favoritenkreis ihrer Altersklassen.

Die Starterfelder in den weiblichen Wettbewerben waren quantitativ schwach besetzt. Die meisten AK hatten nur 5 Teilnehmerinnen, so daß es für die Mädchen mehr "Ferienlager mit Schach" als Bezirksmeisterschaft war. Hier sollte zukünftig eine Lösung gesucht werden, welche dem Gedanken des Spielens mehr Raum gibt.

Der Anfang war sehr vielversprechend. Die Favoriten holten souverän die erwarteten Punkte, wobei natürlich in der U18m unsere Starter erwartungsgemäß sehr oft gegeneinander spielen mußten. Aber auch Konrad Schrell und Richard Michel starteten erfreulich mit jeweils 2 Siegen. Leider ging es bei beiden nicht so weiter. Sie trafen dann auf die stärkeren Spieler und konnten dort erstmal nicht mehr mithalten.

Am zweiten Abend fand das ebenfalls traditionelle Tandemturnier statt. Diesmal im "Zeichen der Sterne". Das bedeutete, daß nur wenige bestimmte Paare von Sternzeichen als Partner im Team zugelassen waren. Diese schöne Idee der Turnierleitung verhinderte die sonst üblichen Teams aus einem Klub und sorgte dafür, daß sich die Teilnehmer besser kennenlernten, denn nur wenige fanden einen zugelassenen Partner aus den eigenen Reihen. Wie immer wurde auch die Wahl des Teamnamens sehr sorgfältig von den Tandemspielern durchgeführt; schließlich wird es im Laufe der Jahre ständig schwerer, neue ungewöhnliche Namen zu finden.

Da wir insgesamt 14 Starter und zwei Betreuer waren, konnten doch zwei vereinsinterne Teams gebildet werden:

"I brauch' nen Springer"

"Der Schöne und das Biest"

Das wöchentliche Tandemtraining bei uns im Klub (jeden Freitag ab ca. 22:00 Uhr) zahlte sich aus. Das Team "Die Schachtherapeuten" kurierte alle anderen erfolgreich und so gewannen Christopher Kunze und Mario Schulze (SV Ottendorf-Okrilla) das Turnier und wurden die Tandemkönige von Sebnitz.

Am nächsten Morgen hatte Patrick Marsel seinen 18.Geburtstag.

Die Turnierleitung schenkte ihm eine Tasse voll mit Schokolade, ein Geschenk was auch die anderen Teilnehmer gemeinschaftlich zufällig als ihr Präsent ausgewählt hatten. Wer hier von wem die Idee übernommen hat, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Sicherlich trug aber auch das mehr als eingeschränkte Angebot an Geschenken in Sebnitz dazu bei, daß Patrick zwei ähnliche Geschenke bekam ...

Die Ergebnisse in den Turnieren ließen inzwischen schon einige Titel erahnen, so hatten Elise und Olena nach der Runde am Sonnabend den Erfolg sicher.

Friedrich Schnoor kämpfte sich mit einer phänomenalen Leistung vom Setzplatz 13 auf Platz 4 der Rangliste. Ein Gewinn von über 200 DWZ-Punkten (inoffiziell) wird der Lohn seiner Mühen sein. Er trainiert seit einiger Zeit verstärkt allein zu Hause, kann aber auch immer seinen Bruder um Hilfe fragen. Diese harte Arbeit zahlt sich inzwischen mehr als aus.

Konrad Schrell hatte nach seinen zwei Auftaktsiegen die völlig falsche Idee sich mit weiteren Remis irgendwie ins Ziel zu retten und dabei ein wenig auf die Schützenhilfe der anderen zu bauen. Aber das gelang nicht so, wie geplant. Er verlor Runde 3 bis 6 und konnte in Runde 7 gerade noch so ein Remis erreichen.

Richard Michel kämpfte ebenfalls toll. Der verdiente Lohn war am Ende der 5. Platz, welcher immerhin noch zur Teilnahme an der zusätzlichen Qualifikationsrunde zur Sachsenmeisterschaft berechtigt. Ein wenig halfen hier auch die Konkurrenten mit, die in der letzten Runde alle für Richard spielten und die für ihn optimalen Ergebnisse erreichten.

Carl-Anton Sack erwischte leider ein rabenschwarzes Turnier. Er begann unglücklich und war dann sehr verunsichert im weiteren Verlauf. Erst am Ende des Wettkampfes stabilisierte sich seine Leistung wieder auf das gewohnte Maß und er konnte noch mit zwei Siegen abschliessen. Es war sicherlich für ihn eine wertvolle Erfahrung, wie es ist, wenn es mal am Anfang nicht so läuft wie erhofft. Dann muß man eben kämpfen, damit es wieder klappt. Aber solche Turniere, wo alles schief läuft, hat jeder von uns schon gespielt.

In der U18m war die einzig spannende Frage, in welcher Reihenfolge unsere vier Starter einkommen werden. Zu groß war der Unterschied zwischen ihnen und dem Rest des Feldes. Aber selbst diese Frage löste sich schnell auf, da sich Sebastian Rudolf eine völlig unerwartete Niederlage schon in Runde 2 leistete. Damit konnte Ekkehard Schnoor mit einer soliden und konzentrierten Leistung den Titel gewinnen.

Zwischen dem Ende der Partien und der Siegerehrung ist immer ein wenig Leerlauf. Die Ergebnisse sind bekannt, die Anspannung fällt von allen ab, es fehlt nur noch die offizielle Verkündung.

Aber auch diese Wartezeit endet zwangsläufig irgendwann und die Siegerehrung begann. Wie oben schon erwähnt, fiel der Name "Grün-Weiß Dresden" ziemlich häufig - unser Nachwuchs war einfach Klasse!


Alle Sieger der BEM Dresden


Alle Zweitplatzierten


Alle Drittplatzierten

Damit ging die BEM 2008 zu Ende. Als nächstes folgt die Sachsenmeisterschaft, an welcher 7 Spieler von uns wieder sicher teilnehmen dürfen. Drei Starter dürfen sich noch Hoffnungen machen, über die Zusatzqualifikation den Sprung auf die nächsthöhere Ebene zu meistern. Dazu kommen noch die vorqualifizierten Spielerinnen Saskia Stark und Nicole Lorenz.

Wir danken abschließend der neuen Turnierleitung, welche ihre Arbeit gut erledigt hat und allen Mitarbeitern des KiEZ Sebnitz, die wieder einen angenehmen Aufenthalt ermöglichten. Die ausführlichen Ergebnisse finden sich beim Jugendschachbund Sachsen.

Bericht: Frank Schulze
Fotos: Matthias Nake


Letzte Änderung am 20.02.2008
Kontakt: Frank.Schulze@gruen-weiss-dresden.de